Im Sommer 2020 haben wir keine umfassenden Gletschervergleiche fotografiert und veröffentlicht.
Das hatte Gründe: die Corona-Pandemie und früher Schneefall im August, der in vielen Alpengebiete nicht vollständig taute, hat uns von der aktuellen Vergleichsfotografie abgehalten.
Ein Vergleich kam von Francoise Funk aus unserem Fototeam:

Bricolla, Arolla, Wallis, Schweiz, 1931 / 2003 / 2012 / 2020

Wir haben im Jahr 2000 mit unserer Gletscherdokumentation begonnen und seither weiter fotografiert- denn Gletscher schmelzen weltweit wegen des Klimawandels. Deutlicher kann man nicht zeigen, wie schnell und umfassenden sich die Welt bereits verändert.
Selbst in großen Höhen der Alpen schmilzt das Eis. Am stärksten betroffen sind die Gletscher der Schweizer Alpen – hier gibt es auch die meisten Alpen-Gletscher.
Und es wird weltweit immer wärmer. Im Jahr 2020 hat sich dieser Trend auch in Deutschland fortgesetzt:
Mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,4 Grad ist 2020 das zweitwärmste Jahr seit Beginn flächendeckender Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Nur 2018 war noch um 0,1 Grad wärmer (Deutscher Wetterdienst – DWD). „Die wissenschaftlichen Klimafakten des nationalen Wetterdienstes sind alarmierend“, sagt DWD-Klimavorstand Tobias Fuchs. https://www.scinexx.de/news/geowissen/2020-war-zweitwaermstes-jahr-in-deutschland/
„Klimaschutz ist das Gebot der Stunde. Wir müssen jetzt handeln.“
Klimaschutz ist nicht nur ein Gebot der Stunde, sondern eine Überlebensfrage
Seit Jahren und Jahrzehnten wird das gefordert. Seit Anfang 2019 hat „Fridays for Future“ die Notwendigkeit von Klimaschutz wieder auf die Agenda der Politik gesetzt. Die Covid-19-Pandemie hat davon abgelenkt – mit dem Ende der Pandemie wird die Klimakrise wieder das bestimmende Thema sein. Zwar hat die Pandemie im Jahr 2020 eine ca. 7%ige CO2-Reduktionen bewirkt, aber das reicht natürlich bei Weitem nicht.
Die CO2-Konzentration ist seit Beginn der Industrialisierung von 280 ppm an (dem Wert der vorangegangenen Jahrtausende des Holozäns) mit Verkehr, Energieerzeugung, Investitionen etc. ständig angestiegen. Die Politik hat wenig dagegen getan, auch wenn seit 30 Jahren über die Klimakrise geredet und verhandelt wird.
In den vergangenen 10.000 Jahren, nach Abklingen der letzten Eiszeit, herrschten relativ konstante Klimabedingungen auf der Erde, die die Menschheitsentwicklung und -kultur erst ermöglichten. Schon relativ kleine natürliche Temperaturschwankungen (durch Vulkanausbrüche u.a.) hatten massive Folgen für Menschen – wie Hungersnöte und aktuelle Katastrophen.
Der aktuelle Stand für die globale atmosphärische CO2-Konzentration in der Atmosphäre, die mit der wichtigsten weltweiten Messung – der Keeling Kurve – angegeben wird, zeigt am 2. Januar 2021 einen Wert von
415.36 ppm (https://keelingcurve.ucsd.edu/).
Die CO2-Konzentration war seit über 3 Millionen Jahre nicht mehr so hoch auf der Erde.